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Die Lese- und Rechtschreibschwäche (LRS)
Kinder mit
Lese-Rechtschreibschwäche (LRS) haben von Anfang an
Probleme mit dem Lesen und Schreiben. Ihre verbalen
Sprachfähigkeiten sind davon meist nicht betroffen, und
auch ihre allgemeine Intelligenz entspricht mindestens
dem Altersdurchschnitt. Da eine LRS nicht auswächst,
können ihre Auswirkungen auf die Bildungs- und
Berufschancen der betroffenen Kinder gravierend sein.
Man spricht bei der Diagnose
von einem "doppelten Diskrepanzkriterium": Die Lese-
oder Rechtschreibleistung ist deutlich niedriger als es
der übrigen Altersgruppe entspricht und die Lese- oder
Rechtschreibleistung ist deutlich schwächer als es der
Intelligenzquotient erwarten ließe.
Neben dem Begriff
Lese-Rechtschreibschwäche (LRS) werden auch die Begriffe
Legasthenie sowie Lese- und Rechtschreibstörung für die
genannten Probleme verwendet. Das häufig gebrauchte
Fremdwort "Legasthenie" stammt aus dem Griechischen und
bedeutet übersetzt "Leseschwäche". Nach der
internationalen Klassifikation der
Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist eine
Lese-Rechtschreibstörung eine umschriebene
Beeinträchtigung der Entwicklung der Lesefertigkeiten
und in der Regel damit verbunden der
Rechtschreibfähigkeiten, die nicht durch eine
Intelligenzminderung, unzureichende Lernbedingungen,
unkorrigierte Seh- oder Hörstörungen, ausgeprägte
neurologische Defizite oder emotionale Störungen bedingt
ist.
Häufig wird auch die rein
beschreibende Bezeichnung
"Lese-Rechtschreibschwierigkeiten" verwendet. So spricht
die Kultusministerkonferenz von "besonderen
Schwierigkeiten beim Erlernen des Lesens und/oder
Rechtschreibens". Wir sprechen daher zusammenfassend von
Lese-/Rechtschreibschwäche, wenn die Leistungen
im Lesen/Schreiben hinter dem sonstigen Niveau der
Leistungsfähigkeit des betroffenen Kindes zurückbleiben.
Die LRS ist international
anzutreffen, sie kommt in allen Ländern der Welt
ungefähr gleich häufig vor. Eine LRS ist nicht auf das
Kindesalter beschränkt, sondern auch noch im
Erwachsenenalter von Bedeutung. Jungen sind etwa 3-mal
häufiger als Mädchen betroffen.

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