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Die Anzeichen der Rechenschwäche
Die Schwierigkeiten, die Kinder mit RS haben, sind
individuell sehr verschieden. Kinder mit RS fallen insbesondere dadurch auf,
dass sie viele Fehler in Rechnen machen, wobei aus der Art der Fehler nicht
automatisch eine Rechenschwäche ableitet werden kann.
Es gibt keine bestimmten
Fehlertypen, die automatisch auf eine RS schließen lassen. Ein Kind mit RS fällt
insbesondere dadurch auf, dass es ein ganzes Fehlerbündel von unterschiedlichen
Fehlern macht, das im Laufe der Schulzeit immer größer wird, wenn das Kind keine
Hilfe bekommt.
Im Kindergartenalter
Schwierigkeiten treten bereits im
Kindergartenalter auf: Kinder, die eine RS entwickeln, haben in der Regel
Probleme Mengen zu ordnen und zu klassifizieren (z.B. Gegenstände nach ihrer
Form, Größe oder Farbe zu ordnen). Sie haben weiterhin Schwierigkeiten, wenn sie
etwas vergleichen (größer - kleiner). Sie mögen
oft Spiele nicht, die das räumlich-visuelle Vorstellungsvermögen beanspruchen
(z.B. Legospielen, Puzzles) und haben häufig Probleme in der zeitlichen
und räumlichen Orientierung.
Im Schulalter
Im Folgenden sind einige Auffälligkeiten aufgelistet, die auf eine RS im Schulalter hindeuten können:
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Rechenschwache Kinder rechnen viel länger als andere mit den Fingern (deshalb
tritt die RS häufig erst um die 3. Klasse offensichtlich in Erscheinung).
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Sie
haben fehlendes Verständnis der Operationszeichen (plus, minus, mal, geteilt)
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Bekannte Mengen müssen immer wieder nachgezählt werden.
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Die Bedeutung der Null
als Zahl und als Ziffer wird nicht erkannt.
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Grafisch ähnliche Zeichen werden
verwechselt (z.B. 6 statt 9, 1 und 7)
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Im Zahlendiktat werden die Zahlen von
rechts nach links geschrieben (bei 83 zuerst 3 dann 8)
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Im Zahlendiktat werden
die Zahlen lauttreu geschrieben (zweihundertundzehn = 20010)
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Die Zahlen werden
verdreht und in der „Sprechrichtung“ geschrieben (neunundzwanzig = 92)
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Der Eins-zu-viel Fehler/ Eins-zu-wenig-Fehler bzw. konsequentes Verrechnen um 1 (das
Kind rechnet z.B. 8 + 7=16 statt 8 + 7 = 15)
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Bei zweistelligen bzw. mehrstelligen Zahlen werden die Ziffern bzw. die Reihenfolge der Ziffern
vertauscht (z.B. 36 statt 63, 132 statt 123); auch die Ziffern des Ergebnisses
werden vertauscht (das Kind rechnet 12 + 3 = 51)
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Analogiefehler treten häufig
vor (das Kind weiß auswendig 6 x 6 = 36 und 5 x 5 = 25 und rechnet 4 x 4=14)
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sog. Kippfehler (Vertauschung von Ziffern des Subtrahenden und des Minuenden)
treten ebenfalls häufig vor (z.B. 34 – 9 = 35)
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sog. Platzhalteraufgaben
bereiten oft Schwierigkeiten (8 - ? = 3, obwohl die Aufgabe 8 - 5 sofort gelöst
werden kann).
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Größenvergleiche mehrstelliger Zahlen gelingen häufig nicht (58
> 82)
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Der Umgang mit Größen (Gewichten, Geld) gelingt nicht oder kaum.
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Nur im
mathematischen Bereich treten Konzentrationsschwierigkeiten auf.
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Mühsam
Eingeübtes ist nach kurzer Zeit wieder vergessen.
Das Zutreffen einzelner
Symptome weist nicht auf das Vorliegen einer Rechenschwäche hin. Sollte dagegen
eine Vielzahl der angeführten Auffälligkeiten zutreffen, so ist
eine genauere Untersuchung empfehlenswert.
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